Mord

Theater 2010 - Vier Blickwinkel


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1. Blickwinkel: Die Darstellerinnen und Darsteller

Bad Laer, den 10.12.2010


Seit ca. einem Jahr proben wir, die Theater-AG der Geschwister-Scholl-Schule, die Kriminalparodie "Mord ohne Leiche". Zunächst hatten wir drei Stücke zur Auswahl, jedoch schien uns dieses Stück am amüsantesten und so wurde einstimmig entschieden, dieses Stück zu spielen. Die Rollen wurden schnell verteilt, da jeder wusste, welche Rolle er/sie spielen wollte.

Am Anfang waren wir motiviert, nach und nach wurde es etwas mühsam und hingen ein wenig durch, da uns nicht bewusst war, wie anstrengend die Durchführung eines Theaterprojektes ist. Besonders viel gelernt haben wir in den vier Wochen vor der Premiere, da wir dort das Stück ganz gespielt hatten und uns mit dem Aufbau der Räume beschäftigt haben. Nachdem der Text immer besser saß, wurden wir selbstbewusster und unsere Aufregung nahm zu.

Dann war es soweit: Am 2.12.2010 zeigten wir unseren Eltern in der Generalprobe, was wir drauf hatten - wir waren natürlich alle sehr nervös. Würde es ihnen gefallen? Diese Frage wurde bestätigt; sie fanden es einfach klasse.

Einen Tag später, unser großer Tag: Die Premiere. Die Presse, der Bürgermeister, die Schulleitung, sowie Freunde und Familie freuten sich auf unsere Präsentation des Stückes. Aufregung, Anspannung und Nervosität, das war der Cocktail. Es lief jedoch alles super und es hat riesig Spaß gemacht. Wir waren hinterher froh und stolz auf uns. Nach den letzten Aufführungen am 5.12, 7.12 und 10.12.2010 stellten wir fest: Es hat viel Spaß gemacht, an der Theater-AG 2010 teilzunehmen.


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2. Blickwinkel: Zwei Besucherinnen der Premiere

Bad Laer, der 3. Dezember 2010
Wetter: Nebel und Schnee.



Die richtige Zeit für eine Kriminalparodie.

Die Theater AG der Geschwister-Scholl-Schule Bad Laer hat nach 4 Wochen intensiver Vorbereitungszeit die Premiere des Stückes "Mord ohne Leiche" sehr gut gemeistert.
Die passende Atmosphäre war geschaffen, die Schauspieler zwischen 11 und 16 Jahren wirkten gelassen und strahlten Professionalität aus. Dies lag wahrscheinlich daran, dass zwei Klassenkameradinnen den Hauptrollen vor der Aufführung Beruhigungstee verteilten.

Die Zuschauer wurden gleich am Eingang mit Getränken des Fördervereins versorgt.

Während des Wandertheaters wurden die Gäste mithilfe eines Ansagers durch die einzelnen Räume geführt.

Die Besucher waren sehr beeindruckt, was Wolfgang Gerdes innerhalb von nur einem Jahr aus den jungen Schauspielern und dem Stück gemacht hat.

Sarah Jägermann und Anna-Maria Koch




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3. Blickwinkel: Der Regisseur

Da stehen sie nun, die armen Thoren und sind genau so klug, als wie zuvor?!?


Es ist vorbei. Der letzte Vorhang ist am Freitag, den 10.12.2010 gefallen. Wobei man sich fragen sollte, ob das ein Vorhang war, der fiel.

Die Theater-AG der Geschwister-Scholl- Schule Bad Laer hat ihre Feuertaufe bestanden. Fünfzehn Akteure haben sich der Herausforderung gestellt und sie großartig gemeistert. Die Darstellerinnen und Darsteller haben den Weg geebnet. Hoffentlich werden weitere Aufführungen und neue Mitglieder folgen. Ein Vorbild ist die Theater-AG 2010 auf jeden Fall. Was bleibt? Die Erinnerung an tolle Aufführungen, intensive Probenphasen, viel Lachen, Gemeinschaft und hoffentlich viel Selbstvertrauen. Ich hoffe es; wenn man den Jugendlichen in die Augen schaut, ist es zu sehen.

Ich danke Euch, aber auch den vielen Helferinnen und Helfern. Alle haben gezeigt, was jeder Mensch aus sich herausholen kann. Für mich war und ist Theater wie eine Welt, in die man eintauchen kann, um Seiten an sich zu entdecken, die man vorher so nie wahr genommen hat.


Also, auf Theater 2011, wir kommen!

Wolfgang Gerdes
Regisseur der Theater-AG 2010


Die Mitglieder: Sandra Lubienetzky, Selina Gäer, Ayse Mert, Laura Salmon, Stefanie Boger, Nicole Eenhuis, Tim Unger, Jan Claus, Dominik Bange, Phillip Schulte (alle 10 R1), Mario Köhler (9R1), Sophia Dodt (7R2), Gina Sophie Schade (7R1), Jennifer Witte (5A)

Besonderer Dank geht an: Jonas Rekers (Technik), Lukas Eckelkamp (Licht und Nebel), Ute Hagedorn (Requisiten), Anna-Maria Koch und Sarah Jägermann (Betreuung der Darsteller während Premiere), Konditorei Dodt (gesponserter Kuchen) und dem Förderverein der Geschwister-Scholl-Schule Bad Laer (Getränkeversorgung während der Aufführungen)

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4. Blickwinkel: Die Presse

aus der NOZ vom 5.12.2011



Bad Laer. Erstmals trat die Theatergruppe der Geschwister-Scholl-Schule in Erscheinung und konnte gleich Lorbeeren einheimsen. Ihre Aufführung der schwarzhumorigen Kriminalparodie "Mord ohne Leiche" glänzte durch gekonnte Darstellung und Situationskomik. Das Publikum wurde gleich im doppelten Sinne von den jungen Schauspielern und dem Plot mitgenommen.

Diese Theateraufführung bewegte die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes. Denn weil gegenwärtig durch die umfangreichen Baumaßnahmen keine Bühne zur Verfügung steht, hatte AG-Leiter Wolfgang Gerdes das Stück kurzerhand als Wandertheater inszeniert. So wechselten die Szenen vom Eingangsbereich, wo die Handlung begann, in diverse Klassenräume und zurück. Wie eine Karawane zog das Publikum den Darstellern hinterher und kam auf diese Weise in den Genuss eines ungewöhnlichen Theatervergnügens.

Die mobile Aufführung war das eine, das andere aber war die beachtliche darstellerische Leistung der Schüler aus den 5. bis 10. Klassen. Vom Polizeikommissar bis zur Putzfrau, von der vermeintlichen Mörderin bis zum mysteriösen Mann mit dem Koffer: alle Rollen waren klasse besetzt.

Tadellose Darsteller

Sandra Lubienetzky und Tim Unger als Kommissare Lolly und Hibbel, eher Not und Elend zu nennen, amüsierten das Publikum ein ums andere Mal. Mario Köhler agierte vielseitig in einer Doppelrolle als Tippse Blümchen und als geheimnisvoller Kofferträger. Herauszuheben ist Phillip Schulte, der, in Livree gekleidet, durch die Handlung führte und fabelhaft distinguierte Haltung und devoten Sprachduktus verband. Ohne Tadel auch die anderen Darsteller, die ebenfalls selbstbewusst auf Augenhöhe mit dem Publikum agierten.

So gut wie die Besetzung war auch der Plot. Drei Damen werden Augenzeugen eines Mordes und wenden sich an die örtliche Polizei. Die erweist sich als mehr als dilettantisch, und so werden schließlich Holmes und Watson eingeschaltet. Aber können die beiden Altstars der Krimiliteratur mehr zur Auflösung beitragen als nur coole Sprüche?

Regisseur und Klassenlehrer Gerdes hat innerhalb von weniger als einem Jahr eine überzeugend agierende Theater-AG geformt. "Das Stück ist eine Herausforderung für die Schüler und eigentlich kein typisches für eine Aufführung in einer Haupt- und Realschule", äußerte er sich überaus zufrieden.

Sie hatten ihre Texte gelernt und die Rollen verinnerlicht. Die Pointen saßen, die Spielfreude der jungen Leute zwischen 11 und 16 Jahren ließ zu keiner Phase nach. Die Inszenierung gewann durch die von den Zuschauern geforderte Mobilität an Schärfe. Ein gelungener Kunstgriff war der Einsatz von Titelmelodien diverser Krimiserien, die als Überleitungen zwischen den Szenen dienten.

Die zwei weiteren Aufführungen sind bereits ausverkauft.



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Fotos:Hans-Jürgen Schulte